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Absentismus: das Wichtigste in Kürze | ||
Kosten von Absentismus: | Ursachen von Absentismus: | Absentismus berechnen: |
Absentismus ist teuer und kostet etwa 1.199 € pro Mitarbeiter/Jahr in Deutschland. | Psychische Belastungen verursachen dabei den höchsten Produktivitätsverlust (10,7 %). | Absentismus kannst du mit dem Bradford‑Faktor berechnen (B = S² × D). Ab 450 Punkten ist ein dringender Handlungsbedarf nötig. |
Absentismus (lat. absentia = Abwesenheit) bedeutet, dass Mitarbeiter häufig oder regelmäßig fehlen, ohne dass dafür ein objektiver Grund wie Krankheit, Urlaub oder ein Notfall besteht.
Schon gewusst? Laut dem Statistischen Bundesamt waren 2024 Beschäftigte in Deutschland im Schnitt 14,8 Arbeitstage krankgemeldet. Das bedeutet einen Anstieg von 3,6 Krankheitstagen im Vergleich zu 2021. Dabei verzeichnen soziale Berufe (Pflege, Lehre) höhere Fehlzeiten als z. B. Bürojobs (IT). Zudem hängen laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine hohe Arbeitsintensität, Schichtarbeit und eine mangelnde Unterstützung der Führungskraft mit mehr Absentismus zusammen – ein Hinweis, dass die Arbeitsorganisation und Führung zentrale Stellschrauben sind. |
Während beim Absentismus Mitarbeiter zu Hause bleiben, obwohl sie arbeiten könnten, zeigt sich beim Präsentismus das Gegenteil: Beschäftigte kommen trotz Krankheit zur Arbeit.
Beide Phänomene sind teuer für Unternehmen. Aber was sagen die Zahlen? Sehen wir uns folgende Statistik an:
Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamts und des BMAS verursachte 2009 jeder Mitarbeiter in Deutschland durchschnittlich 2.399 € Kosten durch Präsentismus, bei Absentismus waren es 1.199 €.
Das bedeutet: Arbeiten trotz Krankheit kostet nahezu doppelt so viel wie Fehlen. Denn nicht jede Anwesenheit ist Produktivität. Während Absentismus direkt sichtbare Kosten verursacht – etwa durch Entgeltfortzahlung oder Produktionsausfälle –, wirkt Präsentismus versteckt: geringere Leistungsfähigkeit, mehr Fehler, längere Genesungszeiten und eine höhere Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen.
Doch wo entsteht der Produktivitätsverlust beim Absentismus bzw. Präsentismus?
Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamts und des BMAS verursachte 2009 jeder Mitarbeiter in Deutschland durchschnittlich 2.399 € Kosten durch Präsentismus, bei Absentismus waren es 1.199 €.
Das bedeutet: Arbeiten trotz Krankheit kostet nahezu doppelt so viel wie Fehlen. Denn nicht jede Anwesenheit ist Produktivität. Während Absentismus direkt sichtbare Kosten verursacht – etwa durch Entgeltfortzahlung oder Produktionsausfälle –, wirkt Präsentismus versteckt: geringere Leistungsfähigkeit, mehr Fehler, längere Genesungszeiten und eine höhere Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen.
Doch wo entsteht der Produktivitätsverlust beim Absentismus bzw. Präsentismus?
Besonders auffällig ist der hohe Absentismus-Anteil bei psychischen Erkrankungen: Mit 10,7 % Produktivitätsverlust liegen Depressionen und psychische Störungen deutlich vor allen anderen Ursachen. Das zeigt, wie stark psychische Belastungen das Arbeitsleben beeinflussen – und wie wichtig es ist, die mentale Gesundheit im Unternehmen aktiv zu fördern, etwa durch Stressprävention als Teil des Gesundheitsbonus.
Bei körperlichen Erkrankungen wie Atemwegsproblemen (6,1 %), Migräne (4,5 %) oder Arthritis (2,5 %) zeigt sich ein mittlerer Absentismuswert. Hier führen wiederkehrende Kurzzeitausfälle zu organisatorischen Herausforderungen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen wie die Erholungsbeihilfe können hier viel bewirken.
Spannend ist der Blick auf chronische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzleiden: Der Absentismus ist niedrig, der Präsentismus dagegen hoch. Das bedeutet: Viele Mitarbeiter kommen trotz gesundheitlicher Einschränkungen zur Arbeit.
Insgesamt zeigen die Statistiken:
Beides kostet – nur auf unterschiedliche Weise. Absentismus ist sichtbar, Präsentismus dagegen unsichtbar, aber oft teurer, weil Mitarbeiter zwar arbeiten, aber nicht ihre volle Leistung bringen.
Generell gilt: Ein Unternehmen profitiert dann, wenn Mitarbeiter anwesend, gesund und motiviert sind.
Absentismus hat selten nur eine Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen. Es haben sich 3 Modelle etabliert:
Beim Rückzugsmodell handelt es sich um eine bewusste oder unbewusste Vermeidungsstrategie: Mitarbeiter entziehen sich belastenden oder unangenehmen Arbeitssituationen – etwa Konflikten, Leistungsdruck oder mangelnder Wertschätzung.
Für dich als Arbeitgeber bedeutet das: Fehlzeiten können ein Signal für Überforderung oder schlechte Führung sein.
Hier steht der Selbstschutz im Vordergrund. Beschäftigte bleiben der Arbeit fern, um gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Stress, Lärm, Überlastung oder ein toxisches Arbeitsklima zu vermeiden.
Fehlzeiten sind in diesem Fall ein Warnzeichen, dass das Arbeitsumfeld die Gesundheit gefährdet – körperlich oder psychisch.
Dieses Modell erklärt Absentismus durch Defizite in sozialer Bindung oder Identifikation mit der Arbeit oder dem Unternehmen. Mitarbeiter haben keine starke emotionale oder moralische Verpflichtung, ihre Aufgaben zuverlässig zu erfüllen.
Für dich heißt das: Wenn Beschäftigte sich nicht mit deinem Unternehmen identifizieren, steigt das Risiko für wiederholte Fehlzeiten – oft verbunden mit innerer Kündigung.
Absentismus bei der Arbeit kann darüber hinaus aber noch weitere Gründe haben:
Absentismus wirkt sich direkt auf die Leistungsfähigkeit deines Unternehmens und das Teamklima aus – und führt zu sowohl finanziellen als auch wirtschaftlichen Kosten. Wie oben in der Statistik gezeigt, verursacht jeder Mitarbeiter in Deutschland durchschnittlich Kosten von rund 1.199 Euro pro Jahr durch Absentismus. Denn wiederkehrende Fehlzeiten ziehen einen ganzen Rattenschwanz an Folgen nach sich: von Lohnfortzahlungen gem. § 3 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz über Fluktuationskosten bis hin zu Produktivitätskosten.
Absentismus bedeutet schließlich, dass du Gehälter weiterzahlen musst, obwohl keine Arbeitsleistung erbracht wird. Gleichzeitig steigt der Aufwand im Personalmanagement: Fehlzeitenverwaltung, Dokumentation und Rückkehrgespräche binden wertvolle HR-Ressourcen.
Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind gravierend. Fehlende Beschäftigte bremsen Projekte und führen zu Verzögerungen, die sich auf Kundenbeziehungen und Teamdynamik auswirken. Wenn Kollegen regelmäßig einspringen müssen, um Ausfälle zu kompensieren, entstehen Frust und Unzufriedenheit – ein Teufelskreis, der den Absentismus weiter befeuern kann.
Denn das Problem dabei: Eine ungleiche Aufgabenverteilung, bei der einige Teammitglieder dauerhaft die Last der Fehlzeiten anderer tragen, verstärkt die Frustration und führt dazu, dass sich der Absentismus im gesamten Team ausweiten kann (Lawineneffekt).
Besonders ins Gewicht fallen dabei mögliche Fluktuationskosten: Die direkten Wiederbeschaffungskosten liegen im Schnitt bei 50 bis 60 % des Jahresgehalts. Rechnet man die gesamten Umsatzeinbußen hinzu, klettern die Gesamtkosten auf 90 bis 200 %.
Bei einem durchschnittlichen Jahresgehalt von rund 50.000 € (Stand: 2025) kann ein einzelner Mitarbeiteraustritt also zwischen etwa 45.000 und 100.000 € kosten – ein enormer betriebswirtschaftlicher Faktor.
Gleichzeitig reagieren andere Kollegen genau gegenteilig – sie bleiben trotz Krankheit oder Erschöpfung anwesend, um den Absentismus oder Kündigungen auszugleichen. Dieses Verhalten nennt man Präsentismus. Auch er kostet, wie oben bereits erklärt.
Das Problem betrifft längst nicht nur einzelne Unternehmen: Innere Kündigung und motivationsbedingter Absentismus beeinträchtigen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern sind auch ein volkswirtschaftliches Risiko. Laut dem Gallup Engagement Index Deutschland 2024 summieren sich die Kosten durch Produktivitätseinbußen auf zwischen 113 und 135 Milliarden € jährlich.
Um solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern, brauchst du messbare Anhaltspunkte. Ein bewährtes Instrument dafür ist der Bradford-Faktor.
Der Bradford‑Faktor misst die Störwirkung von Fehlzeiten, indem er Häufigkeit und Dauer miteinander kombiniert. Er hilft dir, besonders kurze, häufige Abwesenheiten zu erkennen – denn diese wirken sich oft stärker auf den Betriebsablauf aus als einzelne längere Krankheitsphasen. Die Formel lautet:
B = S² × D
Er setzt sich wie folgt zusammen:
Ein Mitarbeiter fehlt 5 × 2 Tage → B = 5² × 10 = 250
Ein anderer fehlt 1 × 10 Tage → B = 1² × 10 = 10
Das zeigt: Häufige kurze Abwesenheiten sind belastender als längere Einzelfälle. Denn sie stören die regulären Arbeitsabläufe und erschweren die Planung, besonders, wenn sie sich anhäufen.
Die folgende Bewertung hilft dir, Fehlzeiten richtig einzuordnen:
1–200 Punkte | Kein Anzeichen für Absentismus – kein Handlungsbedarf. |
201–449 Punkte | Erste Hinweise auf motivationsbedingten Absentismus – Gespräche und Beobachtung sind sinnvoll. |
Ab 450 Punkten | Dringender Handlungsbedarf. Jetzt solltest du die Ursachen prüfen und gezielte Maßnahmen ergreifen. |
Die gute Nachricht ist, du kannst als Arbeitgeber aktiv etwas tun, um gegen den Absentismus anzugehen. Denn primär gilt: Gute Führung ist der stärkste Hebel gegen Absentismus.
Führungskräfte sollten lernen, empathisch zu kommunizieren und eine Kultur der Wertschätzung zu leben. Ein wertschätzendes Arbeitsumfeld entsteht dabei nicht nur durch Worte, sondern auch durch konkrete Maßnahmen – etwa Mitarbeiter-Benefits und Incentives, die Anerkennung zeigen. Diese können monetär (z. B. Gutscheine) oder nicht-monetär (z. B. Weiterbildungsmöglichkeiten oder flexible Arbeitszeiten) ausgestaltet sein.
Ein wirkungsvoller Hebel ist außerdem die steuerfreie betriebliche Gesundheitsförderung oder die Erholungsbeihilfe – etwa Zuschüsse für Urlaubs- oder Wellnessaufenthalte, da die Arbeitnehmer dadurch generell gesünder und erholter sind.
Langfristig entscheidend ist die Mitarbeiterbindung. Wer sich mit seiner Aufgabe identifiziert, bleibt motiviert. Das erreichst du durch einen echten Stärkenfokus, eine faire Entlohnung, Entwicklungsmöglichkeiten und eine klare Sinnstiftung in der Arbeit. Die Mitarbeiter wollen verstehen, welchen Beitrag sie zum Erfolg des Unternehmens leisten – und diesen wertgeschätzt sehen.
Prävention beginnt mit Haltung – und wird durch gezielte Maßnahmen messbar wirksam. Wenn du diese Strategien konsequent umsetzt, kannst du den Absentismus nicht nur verringern, sondern auch die Motivation und Zufriedenheit deiner Belegschaft dauerhaft stärken. Genau dabei unterstützt dich become.1.
Absentismus entsteht selten aus dem Nichts – häufig stecken fehlende Wertschätzung oder Balance zwischen Arbeit und Privatleben dahinter. Genau hier setzt become.1 an: Statt nur Fehlzeiten zu verwalten, kannst du mit gezielten Benefits aktiv gegensteuern. Ein motiviertes Team ist seltener abwesend – und deutlich produktiver.
Mit become.1 erhält dein Team Zugang zu einem flexibel kombinierbaren Benefits-Portfolio – alles steuerbegünstigt und unkompliziert administrierbar. Dazu gehören unter anderem:
Du willst Absentismus nicht nur messen, sondern spürbar verringern? Jetzt bist du dran! Starte mit einem Set an steuerfreien Benefits und gib deinem Team sofort spürbare Anerkennung. Buche eine kurze Demo und lege los.
In der Psychologie bezeichnet Absentismus das bewusste oder unbewusste Fernbleiben von Arbeit, meist als Reaktion auf Stress, Konflikte oder Überforderung. Er gilt als Form des psychologischen Rückzugs.
Nein. Absentismus ist kein Krankheitsbild, sondern ein Verhaltensmuster, das auf andere Ursachen hinweist – etwa Unzufriedenheit, Stress oder Führungsschwächen.
Für das Verfahren im Umgang mit Absentismus gilt: nicht bestrafen, sondern verstehen und vorbeugen. Analysiere zunächst die Ursachen – sind sie gesundheitlich, privat oder arbeitsbezogen? Führe anschließend klare, wertschätzende Gespräche, um gemeinsam Lösungen zu finden. Unterstützende Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, Benefits wie Gesundheitsförderung und Führungskräftetraining helfen, Fehlzeiten nachhaltig zu reduzieren und Motivation wieder aufzubauen.
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