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Präsentismus: Das Wichtigste in Kürze
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Präsentismus (englisch: sickness presenteeism) beschreibt das Verhalten von Beschäftigten, trotz Krankheit oder gesundheitlicher Beeinträchtigung ihrer Arbeit nachzugehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das im Büro oder vom Homeoffice aus geschieht – entscheidend ist, dass eine Erkrankung vorliegt, die eigentlich eine Pause erfordern würde.
Der Begriff geht auf den US-amerikanischen Arbeitswissenschaftler Auren Uris zurück, der ihn ursprünglich als Gegenteil zum Absentismus prägte. Dieser liegt vor, wenn Mitarbeiter sich krankmelden, obwohl sie arbeitsfähig wären.
Tele-Präsentismus – auch Workahomeism genannt – ist eine Art virtueller Präsentismus und eine besondere Ausprägung dessen. Gemeint ist das Weiterarbeiten im Homeoffice trotz Krankheit. Was auf den ersten Blick wie ein praktikabler Kompromiss wirkt, entpuppt sich in der Praxis jedoch als Risiko: Weil die Hemmschwelle niedrig ist, krank „einfach von zuhause weiterzuarbeiten“, werden Symptome häufig verdrängt oder unterschätzt, die Genesung verzögert sich und für Führungskräfte bleibt das Verhalten oft nahezu unsichtbar.
Die Datenlage zeigt, dass Präsentismus ein eindeutiges Problem darstellt:
Die Faktoren, die Beschäftigte trotz Krankheit zur Arbeit bewegen, sind vielfältig. Sie lassen sich auf individueller und arbeitsbezogener Ebene verorten.
Präsentismus hat einmal gesundheitliche Folgen für die Beschäftigten sowie wirtschaftliche Folgen für das Unternehmen.
Präsentismus gefährdet langfristig die Gesundheit der Betroffenen:
Betriebswirtschaftlich gilt: Die Kosten durch Präsentismus sind mindestens so hoch wie die durch krankheitsbedingte Fehlzeiten – vielfach übersteigen sie diese sogar. Präsentismus verursachte beispielsweise laut Statista im Jahr 2009 pro Beschäftigtem in Deutschland durchschnittlich 2.399 € Kosten – und damit fast doppelt so viel wie Absentismus (1.199 €).
Denn wer krank arbeitet, arbeitet langsamer, fehleranfälliger und mit eingeschränkter Urteilsfähigkeit. Noch aufschlussreicher ist der Blick auf einzelne Krankheitsbilder. Bei nahezu allen erfassten Erkrankungen ist der Produktivitätsverlust durch Präsentismus gemäß Statista deutlich höher als durch Absentismus.
Besonders auffällig:
Die übergreifende Erkenntnis: Im Durchschnitt erzeugt Präsentismus einen Produktivitätsverlust von 12 % – gegenüber 4,3 % durch Absentismus. Krank zu arbeiten, kostet Unternehmen damit fast dreimal so viel wie Fehlzeiten.
Präsentismus zu verhindern und ihm vorzubeugen erfordert ein Zusammenspiel aus Unternehmenskultur, strukturellen Anpassungen und konkreten Gesundheitsmaßnahmen.
Eine wirksame Prävention von Präsentismus ist eine wertschätzende, sichere und gesunde Unternehmenskultur.
Konkret bedeutet das:
Eine betriebliche Gesundheitsförderung und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen tragen langfristig zur Prävention von Erkrankungen bei.
Konkrete Maßnahmen umfassen:
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Beim Absentismus bleiben Beschäftigte der Arbeit fern, obwohl sie arbeitsfähig wären. Beim Präsentismus ist es umgekehrt: Mitarbeiter erscheinen trotz Krankheit zur Arbeit. Beide Phänomene verursachen wirtschaftliche Kosten – Präsentismus gilt dabei häufig als der teurere der beiden, weil er für Unternehmen schwerer erkennbar ist.
Die Gründe sind vielfältig: Pflichtbewusstsein, Angst vor beruflichen Nachteilen, fehlende Vertretungsregelungen, Termindruck oder eine Unternehmenskultur, die Anwesenheit mit Leistungsbereitschaft gleichsetzt. Besonders bei jüngeren Beschäftigten und in Branchen mit hoher Arbeitsverdichtung – wie der Pflege – ist das Phänomen besonders ausgeprägt.
Laut Auswertungen des Statistischen Bundesamts und des BMAS verursachte Präsentismus im Schnitt fast doppelt so hohe Kosten pro Mitarbeiter und Jahr wie Absentismus. Hinzu kommen schwer messbare Folgekosten: Langzeiterkrankungen, Folgefehler, sinkende Teamproduktivität und angesteckte Kollegen.
In einer bundesweiten Befragung unter Leitungskräften in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern gaben 36 % an, in den vergangenen 12 Monaten krank zur Arbeit gegangen zu sein, 23 % taten dies sogar trotz ausdrücklichen ärztlichen Abratens. Als Hauptgründe nannten die Befragten:
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