13. Monatsgehalt und Weihnachtsgeld: Berechnung, Abzüge und Steuer

13. Monatsgehalt: Was bleibt vom Brutto wirklich übrig? Ob Anspruch, anteilige Berechnung bei Ein- und Austritt oder der feine Unterschied zum Weihnachtsgeld – Sonderzahlungen werfen viele Fragen auf. Lies jetzt, wie das zusätzliche Gehalt als sonstiger Bezug versteuert wird und mit welchen steueroptimierten Alternativen im Vergütungspaket Arbeitgeber für mehr Netto im Geldbeutel ihres Teams sorgen.
50 Euro Scheine liegen auf einem Umschlag mit Weihnachtsdeko drumherum

13. Monatsgehalt: Das Wichtigste in Kürze


  • Das 13. Monatsgehalt ist eine Sonderzahlung in Höhe eines vollen Bruttomonatsgehalts und gilt als Entgelt für geleistete Arbeit.

  • Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch. Die Zahlung muss im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt sein.

  • Das 13. Gehalt ist nicht steuerfrei. Es wird als sonstiger Bezug voll versteuert und ist sozialabgabenpflichtig.

  • Bei unterjährigem Ein- oder Austritt entsteht der Anspruch in der Regel anteilig (1/12 je gearbeitetem Monat).

  • Für Arbeitgeber sind steuerfreie Benefits eine abgabenoptimierte Alternative oder Ergänzung zum voll versteuerten 13. Gehalt.

 

Was ist ein 13. Monatsgehalt?

Das 13. Monatsgehalt ist eine zusätzliche Gehaltszahlung, die einmal im Jahr zu den 12 regulären Monatsgehältern fließt, in der Regel in Höhe eines vollen Bruttomonatsgehalts. Rechtlich gilt es als Entgelt für die bereits geleistete Arbeit des Jahres, nicht als großzügiges Extra obendrauf.

 

Wann bekommt man das 13. Monatsgehalt?

Die Auszahlung erfolgt meist im November oder Dezember, häufig zusammen mit dem regulären Gehalt. Der genaue Termin steht im Arbeits- oder Tarifvertrag. Der Auszahlungsmonat entscheidet allerdings, in welchem Kalenderjahr die Sonderzahlung steuerlich zählt. Das kann sich auf deine Jahressteuer auswirken.

 

Wer unter dem Jahr ins Unternehmen eintritt oder es verlässt, bekommt das 13. Gehalt in der Regel anteilig, also für jeden vollen Monat im Unternehmen 1/12. Ein Beispiel: Wer im Juli startet, hat bis Dezember 6 Monate gearbeitet und damit Anspruch auf 6/12, also die Hälfte.

 

Wer hat Anspruch auf ein 13. Monatsgehalt?

Einen gesetzlichen Anspruch auf das 13. Monatsgehalt gibt es nicht. Einen Anspruch hast du nur dann, wenn er schriftlich oder durch betriebliche Praxis begründet ist. Die häufigsten Grundlagen:

 

  • Individueller Arbeitsvertrag: Die Zahlung ist direkt mit dir vereinbart.
  • Tarifvertrag: Vor allem im öffentlichen Dienst und in vielen tarifgebundenen Branchen üblich.
  • Betriebsvereinbarung: Zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat geregelt.
  • Betriebliche Übung: Zahlt dein Arbeitgeber das 13. Gehalt mehrere Jahre vorbehaltlos, kann daraus ein Anspruch entstehen, auch ohne ausdrückliche Vereinbarung.

 

Findet sich in keiner dieser Quellen etwas, besteht kein Anspruch. Dann ist die Zahlung freiwillig.

 

13. Gehalt vs. Weihnachtsgeld: Was ist der Unterschied?

Das 13. Gehalt und Weihnachtsgeld werden im Alltag oft gleichbedeutend verwendet, rechtlich sind sie aber nicht dasselbe.

 

Kriterium

13. Monatsgehalt

Weihnachtsgeld

Charakter

Gegenleistung für geleistete Arbeit (Entgeltcharakter)

oft freiwillige Leistung

Höhe

in der Regel ein volles Bruttomonatsgehalt

variabel, häufig 50 bis 100 % eines Monatsgehalts

Anspruchsgrundlage

Vertrag, Tarif oder Betriebsvereinbarung

meist freiwillig, aber auch Vertrag, Tarif, Betriebsvereinbarung

Steuer und Sozialabgaben

voll pflichtig

voll pflichtig

 

Wie stark die Zahlung vom Tarifvertrag abhängt, zeigt die aktuelle Auswertung des WSI-Tarifarchivs: 51 % aller Beschäftigten in Deutschland erhalten Weihnachtsgeld, mit Tarifvertrag sind es 77 %, ohne Tarifvertrag nur 41 %.

 

Wie werden das 13. Gehalt und das Weihnachtsgeld versteuert?

Eine verbreitete Annahme lautet, das 13. Gehalt sei steuerfrei oder werde günstiger besteuert. Das stimmt nicht. Sowohl das 13. Monatsgehalt als auch das Weihnachtsgeld zählen zum Arbeitslohn und werden als sogenannter sonstiger Bezug versteuert. Vom Brutto gehen also die üblichen Abzüge ab:

 

  • Lohnsteuer
  • Solidaritätszuschlag, sofern er anfällt
  • Kirchensteuer, wenn du kirchensteuerpflichtig bist
  • Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung)

 

Dazu kommt ein wichtiger Effekt: Die Einmalzahlung erhöht dein Einkommen im Auszahlungsmonat sprunghaft. Weil die Lohnsteuer progressiv ist, kann der prozentuale Abzug auf die Sonderzahlung höher ausfallen als auf dein normales Monatsgehalt. Netto bleibt deshalb oft weniger übrig, als die Bruttohöhe vermuten lässt.

 

13. Monatsgehalt berechnen

Wie hoch dein 13. Gehalt ausfällt, hängt davon ab, wie es im Vertrag definiert ist. 2 Varianten sind üblich:

 

  • Volles Bruttomonatsgehalt: Du bekommst einmal im Jahr ein zusätzliches volles Bruttogehalt.
  • Prozentualer Anteil: Manche Arbeits- oder Tarifverträge legen einen Prozentsatz fest, zum Beispiel 50 % oder 100 % eines Monatsgehalts.

 

Anteilig berechnen bei Ein- oder Austritt unter dem Jahr

Wer nicht das ganze Jahr im Unternehmen war, bekommt das 13. Gehalt anteilig. Die Formel ist einfach:

 

Anteiliges 13. Gehalt = Bruttomonatsgehalt ÷ 12 × Anzahl der gearbeiteten Monate

 

Ein Beispiel mit einem Bruttomonatsgehalt von 3.000 EUR:

 

Situation

Berechnung

13. Gehalt

Ganzes Jahr im Unternehmen

3.000 EUR

3.000 EUR

Eintritt im Juli (6 Monate)

6/12 × 3.000 EUR

1.500 EUR

Eintritt im Oktober (3 Monate)

3/12 × 3.000 EUR

750 EUR

 

Was bleibt netto übrig?

Die Beträge oben sind Bruttowerte. Wie viel davon netto auf deinem Konto landet, hängt von deiner Steuerklasse, der Kirchensteuerpflicht und deinem übrigen Jahreseinkommen ab. Eine pauschale Zahl können wir daher nicht nennen.

 

13. Monatsgehalt in Sonderfällen

Weil das 13. Gehalt eine Gegenleistung für geleistete Arbeit ist, richtet sich der Anspruch in den meisten Sonderfällen danach, wie lange du tatsächlich im Unternehmen warst. Die wichtigsten Konstellationen:

 

  • Kündigung oder Austritt unter dem Jahr: In der Regel hast du Anspruch auf den anteiligen Betrag für die Monate, in denen du gearbeitet hast. Ein pauschaler Verfall ist meist nicht zulässig. Maßgeblich ist die Regelung im Vertrag oder Tarifvertrag.
  • Neueinstellung unter dem Jahr: Wer mitten im Jahr startet, bekommt das 13. Gehalt anteilig ab dem Eintrittsmonat.
  • Krankheit: Der Anspruch bleibt grundsätzlich bestehen, da es sich um Entgelt für bereits geleistete Arbeit handelt. Je nach Ausgestaltung sind Kürzungen bei sehr langen Fehlzeiten möglich.
  • Elternzeit oder ruhendes Arbeitsverhältnis: Hier kommt es auf den Charakter der Zahlung an. Hat das 13. Gehalt Entgeltcharakter, kann es für die Monate ohne Arbeitsleistung anteilig gekürzt werden. Ein vollständiger Wegfall ist aber nicht automatisch der Fall.

 

Ein Blick in den Arbeits- oder Tarifvertrag lohnt sich in all diesen Fällen, denn die konkrete Regelung entscheidet.

 

Was sind die Vor- und Nachteile vom 13. Monatsgehalt?

Ob sich das 13. Monatsgehalt lohnt, hängt von der Perspektive ab. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sieht die Rechnung unterschiedlich aus.

 

Für Arbeitnehmer

Vorteile

Nachteile

Planbare Zusatzzahlung, die sich gut für größere Anschaffungen oder Rücklagen nutzen lässt.

Das 13. Gehalt wird voll versteuert und ist sozialabgabenpflichtig.

In einem Monat landet spürbar mehr auf dem Konto.

Durch die progressive Lohnsteuer kann der Abzug im Auszahlungsmonat höher ausfallen.

 

Gegenüber einem entsprechend höheren Grundgehalt entsteht bei gleichem Jahresbrutto kein steuerlicher Vorteil.

 

Für Arbeitgeber

Vorteile

Nachteile

Die Kosten sind klar kalkulierbar und oft tariflich oder vertraglich ohnehin gebunden.

Das 13. Gehalt ist voll steuer- und sozialabgabenpflichtig. Vom eingesetzten Euro kommt beim Mitarbeiter nur ein Teil an.

Ein 13. Gehalt macht das Vergütungspaket attraktiver.

 

 

Genau an den negativen Punkten setzt die Frage an, die sich immer mehr Arbeitgeber stellen: Geht das auch effizienter?

 

Gibt es steuerfreie Alternativen zum 13. Gehalt?

Das 13. Gehalt ist beliebt, aber teuer erkauft: Vom Bruttobetrag bleibt nach Steuern und Sozialabgaben oft weniger als die Hälfte beim Mitarbeiter übrig und für dich als Arbeitgeber kommen Lohnnebenkosten obendrauf. Es gibt einen Hebel, der pro eingesetztem Euro mehr Netto beim Team ankommen lässt: steuerfreie Benefits.

 

Der Mechanismus ist einfach. Bestimmte Leistungen sind steuer- und sozialabgabenfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Beim Mitarbeiter kommt der volle Betrag an, nicht nur der Rest nach Abzügen. 

 

 

Wichtig: Ein steuerfreier Benefit ersetzt kein volles 13. Gehalt eins zu eins, dafür sind die Beträge zu unterschiedlich. Es geht dabei um etwas anderes. Wenn du das Netto deines Teams erhöhen oder die Mitarbeiterbindung stärken willst, holt ein steuerfreier Benefit pro eingesetztem Euro mehr heraus als eine voll versteuerte Gehaltserhöhung oder Sonderzahlung. 

 

Eine Sachbezugskarte mit bis zu 50 EUR im Monat zum Beispiel kommt vollständig beim Mitarbeiter an. Viele Arbeitgeber kombinieren daher beides: das 13. Gehalt dort, wo es vertraglich oder tariflich gilt, und steuerfreie Benefits als effizienten Zusatzhebel obendrauf.

 

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INHALTSVERZEICHNIS

FAQ

Was ist besser, das 13. Monatsgehalt oder das Weihnachtsgeld?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, es kommt auf die vertragliche Ausgestaltung an. Steuerlich gibt es keinen Unterschied: Beide sind Sonderzahlungen und werden voll versteuert. Entscheidend ist, was im Vertrag steht und wie hoch die Zahlung ausfällt.

Zählt das 13. Gehalt zum Jahreseinkommen?

Ja. Es zählt als Arbeitslohn zum Bruttojahreseinkommen und fließt in die Jahressteuer ein.

Kann ich das Weihnachtsgeld von der Steuer zurückholen?

Nicht direkt. Über die Einkommensteuererklärung kann sich deine Jahressteuer aber anpassen und bei zu viel gezahlter Steuer gibt es eine Erstattung.

Was ist das 14. Monatsgehalt?

Eine weitere jährliche Sonderzahlung, die manche Arbeitgeber zusätzlich leisten, oft im Sommer. Sie wird nach denselben Grundsätzen geregelt und versteuert wie das 13. Gehalt.

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